29.03.2020 Pflege der Blühstreifen

März: Blühstreifen mähen

von Dr. Inge Uetrecht, Heimatpflegerin in Arrenkamp

Ende März, genau vor einem Jahr, haben Arrenkamper Kinder und Erwachsene fünf Traubeneichen gepflanzt und einen 5 m breiten und 50 m langen Streifen der Stemweder Blühsaum-Mischung ausgesät. Trotz des sehr trockenen Frühjahrs und Sommers gab es viele Blüten bis in den Herbst. Die Eichbäume hat Gerhard Uetrecht wöchentlich mit Wasser versorgt, so dass sie anwachsen konnten. Die Wildpflanzen wurden nicht gewässert. Im Winter sind die Gräser besonders gut gewachsen und bedeckten scheinbar die gesamte Fläche. Die Blütenpflanzen waren kaum mehr zu sehen.
Jetzt hat Mathis Lemke mit Brandts altem Porsche-Traktor und dem Mähbalken alles abgemäht. Danach war Handarbeit angesagt. Mit der Heuharke hat die Heimatpflegerin Inge Uetrecht das Gras und die Blütenstiele vom letzten Jahr drei Tage später zusammengeharkt. Die benachbarte Ackerfläche war noch nicht bestellt, so dass der Grasschnitt auf dem Acker verteilt werden konnte. Diese Arbeiten sind für alle Einsaaten mit dauerhaften Blühmischungen wie dem Stemweder Blühsaum äußerst wichtig. Nach dem Abharken sind die Rosetten der überwinternden Blühpflanzen sichtbar geworden. Lichtnelken, Ferkelkraut, Natternkopf und viele andere haben nun wieder Raum und Licht für ein gutes Gedeihen im Sommer erhalten. Beide aktive Unterstützer am Blühstreifen waren alleine tätig, vernünftig in Zeiten der Corona-Krise.
Dürfen die Blühstreifen mit dem Rasenmäher gemäht werden?
Die Rasenmäher arbeiten meistens mit rotierenden Schlegeln, die das Schnittgut kurz schlagen und es im gleichen Arbeitsgang absaugen. Das Schnittgut landet mit allen Kleintieren und Insekten im Auffangbeutel. Die Blühstreifen sollen dem Schutz der Kleinstlebewesen, insbesondere der Insekten dienen, weshalb wir Heimatpfleger auf diese bequeme Arbeitsweise verzichten wollen. Viele der Blühflächen, die im letzten Jahr eingesät wurden, haben nur wenig Pflanzenmasse entwickelt, so dass es vielerorts ausreicht, wenn die alten Blütenstiele abgebrochen und aufgesammelt werden. Wichtig ist auch, dass trockenes Laub und „Unkräuter“ wie die Vogelmiere oder Brennnesseln abgeharkt oder gejätet werden. In diesem Jahr werden noch etliche Samen keimen, die infolge der Trockenheit „abgewartet“ haben. Einige Wildpflanzen keimen erst nach kalten Wintertagen. Bei Wildpflanzen ist deshalb Geduld angesagt!
Die Blühflächen an der Stemweder-Berg-Schule und in Arrenkamp am Raidehnsweg waren im letzten Jahr nicht gemäht worden. Ende März haben Reinhard Holle und sein Mitarbeiterteam die Mäharbeiten mit ihren Maschinen ausgeführt und das Schnittgut abgefahren. Alle weiteren Flächen, die im letzten Spätsommer gemäht und abgeräumt wurden, können ohne weiteres Zutun in das aktuelle Frühjahr hineinwachsen.