Stemwede blüht auf

Das Projekt „Stemwede blüht auf“ setzt neben der Beteiligung der Gemeinde auf die Heimatpfleger und lokale dörfliche Initiativen. Seit 2014 beschäftigen sich die Stemweder Heimatpfleger auf Anregung von Inge Uetrecht mit dem Thema Artenvielfalt in der Kulturlandschaft. Ein Arbeitskreis aktiver Heimatpfleger besuchte verschiedene Fortbildungen und Praxisseminare der NUA, vom Naturgartenverein und von einem Wildpflanzenvermehrer. Der Arbeitskreis hat spontan erkannt, dass Handlungsbedarf besteht. Von Beginn an sammelte der Arbeitskreis praktische Erfahrungen in der Anlage und Pflege von Wegeseitenrändern und Blühflächen mit Wildblumensaatgut. Wichtig war, mit der Unterstützung des Stemweder Bauhofs bzw. des Bauhofs zu handeln. Inge Uetrecht arbeitete Vorträge und Führungen aus, um das Wissen und die Erfahrungen an interessierte Bürger zu vermitteln.

Zielsetzung der Heimatpfleger ist es, durch die Ansiedlung von gebietsheimischen Wildblumen vielen Insekten und Singvögeln Nahrung und Unterschlupf zu sichern. Mit Öffentlichkeitsarbeit konnten viele Menschen aller Altersgruppen für das Projekt sensibilisiert werden. Zuletzt wurden während der Stemweder Kreativ-Messe „Stik“ im Oktober 2019 die Besucher informiert.

Die Naturpark-Schule Stemweder-Berg-Schule (Sekundarschule) wurde mit dem Schul-Naturgarten und Blühflächen von Anfang an einbezogen. Die Nachmittagsgruppe „Natur erleben“ erzielte mit der beispielhaften Anlage von bienen- und vogelfreundlichen Blühflächen im Jahr 2016 den zweiten Preis beim Bundeswettbewerb „Bunte Meter für den Stieglitz“ des Nabu in der Kategorie Schulen und Kindergärten. Der Preis beinhaltete u. a. Saatgut, mit dem weitere Beete angelegt wurden.

Im Jahr 2018 erstellte das kommunale Bauamt gemeinsam mit dem Arbeitskreis einen Antrag auf Fördermittel aus dem Landesförderprogramm Vital.NRW und erhielt zum Ende des Jahres die Zusage für eine beträchtliche Fördersumme. Diese wird genutzt, um die Bewirtschaftung der Wegeseitenränder neu zu überplanen und gezielt Wildblumen anzusiedeln. Das Projekt läuft im Jahre 2020 mit weiteren neu anzulegenden Blühflächen und Wegeseitenrändern aus.

Eine Radwegstrecke wird zukünftig den Stemweder Berg von Westrup beginnend mit dem Oppenweher Moor verbinden. Entlang der Strecke wurden auf verschiedenen Bodenprofilen Wegeseitenstreifen ausgewählt und umgebrochen. Ein Teil wurde im Frühjahr und ein weiterer Teil im Herbst des Jahres 2019 mit einer speziell entwickelten Stemweder Blühmischung eingesät. Die Mischung besteht aus etwa 40 gebietsheimischen Wildblumenarten und wenigen Gräsern, die eine mehr als fünfjährige Standzeit erreichen sollen. Es wird erwartet, dass sich ein Teil dieser ausgesäten Wildpflanzen in der Feldflur dauerhaft ansiedeln und ausbreiten wird.

Spontan erklärte sich die Stemweder-Berg-Schule bereit, eine Patenschaft für eine große Blühfläche in Wehdem nahe der Stemwederberg-Straße zu übernehmen. Schüler säten die Wildsamen von Hand aus und jäteten im Sommer die unerwünschten Wildkräuter, hauptsächlich Ackermelde. Eine weitere Bienennährfläche entstand direkt angrenzend zum schuleigenen Immenhaus auf einer etwa 1.000 m² großen ehemaligen Ackerfläche des benachbarten Bauern. Der Arbeitskreis unterstützte die Lehrer bei der Aussaat. Im Jahr 2019 blühten diese Flächen von Juni bis in den Herbst.

Fotos aus dem Jahr 2019 von Inge Uetrecht: Ordner „Stemwede blüht“