Naturpark-Schule in Stemwede

Inge Uetrecht und Dipl.-Biol. Uta Lansing (Link s.o.) sind als außerschulische Kooperationspartner der Stemweder-Berg-Schule für die Kernkompetenzen Pflanzen und Tiere in Wald und Garten sowie Ökologie und Nachhaltigkeit zuständig. Das erste gemeinsame Projekt mit der Stemweder-Berg-Schule startete mit der Schaffung neuer Lebensräume für Feuersalamander und anderen Amphibien. In jedem Frühjahr werden die Amphibien-Populationen an den repräsentativen Kleingewässern in den Stemweder Bergen von Schülern beobachtet und erfasst.

Diese Aktivitäten finden im Nachmittagsunterricht der Talentwerkstatt „Natur erleben und genießen“ für die fünften Klassen statt. Zwei Unterrichtsstunden werden je Woche vorrangig im schuleigenen Naturgarten, auf dem Feld und in der Streuobstwiese verbracht. Besondere Ereignisse sind im Herbst die Verarbeitung selbst geernteter Äpfel zu Apfelsaft oder die Herstellung von Gelee oder Konfitüre. Auf dem Feld geerntete Kartoffeln und auf den Wiesen gesammelte Wildkräuter werden zur Erntezeit frisch zubereitet.
Die Aktivitäten der Naturpark-Schule sind unter folgendem Link zu erreichen: Naturpark-Schule in Stemwede

Der Schulnaturgarten und die Blühflächen

Im Frühjahr des Jahres 2016 legten die Schüler unter Anleitung von Inge Uetrecht erstmals Wildblumen-Beete im Naturgarten an. Die Schüler haben mit Spaten und Schaufeln auf grasreichen Parzellen die Grasnarbe abgetragen und auf den Kompost gebracht. Insgesamt wurden gut 6 m² angelegt, die mehrere Jahre erhalten geblieben sind und die Pflanzenwelt der Wiese nun dauerhaft bereichern. Die Stemweder-Berg-Schule hat mit diesem Projekt am Wettbewerb „Bunte Meter-Helden für Deutschland gesucht“ teilgenommen.

Siehe auch: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/stieglitz/buntemeter/#

Die Mühen haben sich gelohnt: Das Bunte-Meter-Team der Stemweder-Berg-Schule hat den zweiten Platz in der Kategorie Schulen & Kitas gewonnen. Der Preis bestand unter anderem aus Saatgut für 60 m² weitere Wildblumenflächen. Hiermit wurde der Anfang für weitere große Blühflächen auf dem Schulgelände gelegt.

Im Frühjahr 2018 wurde das Projekt „Stemwede blüht auf“ von den Stemweder Heimatpflegern, dem Bauamt und dem Bauhof der Gemeinde gemeinsam gestartet. In diesem Rahmen konnten weitere 150 m² Blühfläche auf einer ehemaligen Rasenfläche an der Nordseite der Sporthalle eingesät werden. Hierzu wurde regiozertifiziertes Saatgut der Mischung „Schmetterlings- und Wildbienensaum“ gekauft und mit den Schülern, den Heimatpflegern und dem Lehrer Herrn Nimbs ausgesät. Der extrem heiße und trockene Sommer erforderte einige künstliche Regengüsse, den dankenswerter Weise der Hausmeister mit seinem Team vorgenommen hatte. Jetzt erfreuen an dieser Stelle wilde Blumen und Kräuter die Sportler und Besucher der Sportstätten sowie der Schule. Die Schüler haben vor den Sommerferien nicht erwünschte Wildkräuter gejätet.

Im Sommer 2018 wurde ein Immenhaus am Rande des Schulgeländes errichtet, in der die Imker-AG ihre Bienenstöcke versorgt. Ein benachbarter Landwirt stellte eine fast 1.000 m² große Ackerfläche vor dem Bienenhaus zur Verfügung. Nach der oberflächlichen Bodenbearbeitung durch den Landwirt konnte noch im Oktober eine Herbstaussaat der Mischung „Blühende Landschaft“ vorgenommen werden. Die Schülergruppe säte zunächst auf 25 m² Wildblumen und auf weiteren 30 m² die Bienenweide ‚Phacelia‘ als Gründüngung für die Kartoffelpflanzung des Folgejahres aus. Die übrige Aussaat wurde von einer Gruppe Lehrer und dem Arbeitskreis der Heimatpfleger in den Herbstferien ausgesät. Mit dem Traktor wurde die Saat angewalzt. Die Saaten sind bei milden Wintertemperaturen zügig aufgelaufen und haben im ersten Sommer 2019 den Bienen reichlich Nahrung geboten.

Im Mai 2019 übernahm die Naturpark-Schule eine Teilfläche aus dem Projekt „Stemwede blüht auf“ in der Nähe der Stemwederberg-Straße in Wehdem. Die TW wanderte zunächst zur Fläche, um dort Steine abzusammeln und Wurzelunkräuter auszustechen. Eine Gruppe älterer Schüler säte die Wildblumen unter Anleitung von Inge Uetrecht und einigen Eltern aus. Anschließend wurde das Saatgut angewalzt. Vor den Sommerferien wanderten die Schüler der TW nochmals dorthin, um die Blüten zu bewundern und die unerwünschten Wildkräuter, die „Unkräuter“ zu jäten. Im August musste dennoch ein Schnitt gemacht werden, um die Ackermelde vor dem Samenwurf zu entfernen.

Kids an die Knolle

An der Aktion „Kids an die Knolle“ hat die Talentwerkstatt „Natur erleben und genießen“ erstmals im Jahr 2018 teilgenommen. Ein Paket mit 5 kg Saatkartoffeln erreichte die Schule nach den Osterferien. Eine Fläche von fast 20 m² wurde von einem Bauhofmitarbeiter mit einer Gartenfräse vorbereitet. Danach wurden die Kartoffeln gepflanzt und Dämme an gehäufelt. Der trockene und heiße Frühsommer ließ die Kartoffeln gesund wachsen. Die ersten Kartoffeln wurden vor den Sommerferien ausgegraben, gewaschen und mit der Schale in Salzwasser gekocht. Während der Kochzeit wurde eine Handvoll leckere Kräuter aus dem Garten gesammelt, gewaschen und gehackt. In Quark gerührt mit etwas Salz und Pfeffer entstand eine köstliche Mahlzeit, die alle genießen konnten. Nach den Sommerferien wurde die Ernte eingebracht und weitere Gerichte zubereitet. Der Kartoffelanbau wird nun auf jährlich wechselnden Flächen durchgeführt. Ein Teil der überlassenen ehemaligen Ackerfläche kam gerade recht.

Vom Korn zum Brot

Das Jahr 2019 wurde erstmals dieses schulumfassende Projekt gestartet. Die Talentwerkstatt „Natur“ hatte die Aufgabe, Getreide anzubauen. Der Beginn des Projekts erfolgte im Monat Dezember zu spät, um die für die Brotherstellung üblichen Wintergetreide Weizen und Roggen auszusäen. Über den örtlichen Landhandel konnten Saatgutproben von den Sommergetreidearten Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer beschafft werden. Diese wurden nach einer kurzen Frostperiode im März 2019 auf einem kleinen Stück der Ackerfläche ausgesät. Die Schüler jäteten aufgelaufene Wildkräuter und beobachteten Wachstum und Blüte. Im Biologie-Unterricht der 5. Klassen wurden die Getreidearten behandelt und Keimtests gemacht.

Naturschutz im Naturgarten

Im Herbst werden Vogelzug und Überwinterung der verbleibenden Tiere und Vögel beobachtet bzw. behandelt. Die Schüler haben hierzu eine Benjeshecke gebaut und für den Igel Laubhaufen unter Bäumen zusammen geharkt. Im Winter werden Futterglocken für Singvögel hergestellt und im Schulgarten aufgehängt. Der Komposthaufen begleitet die Schüler das ganze Jahr und regt dazu an, die dazu geeigneten Materialien auf dem Schulgelände zu sammeln. Der fertige Kompost verbessert den Boden für Erdbeeren, Kartoffeln und weitere Gemüse- und Obstarten, die angebaut werden. Ein wichtiger Schritt für den Naturschutz und die Nachhaltigkeit.

Ein besonders beachtenswertes Bauwerk ist die Weidenlaube über der Gartenbank. Die mehrmals aus im Winter geschnittenen Weidenruten erbaute Laube ist leider bisher nicht angewachsen. Hitze und Wassermangel zeichneten die Sommer 2018 und 2019 aus. Während der Sommerferien 2019 haben Unbekannte die Regentonne zerstört. Damit weiterhin Regenwasser zum Gießen bereit steht, wird im Frühjahr 2020 ein neuer Regencontainer benötigt.